Abschied von P. Bernhard

Viele Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter darunter Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer, Altbischof Maximilian Aichern, Äbte und Altäbte, Mitbrüder, Geistliche Schwestern, die Vertretung der Gemeinde Schlierbach und viele aus Nah und Fern nahmen am Freitag, 13. Jänner Abschied von P. Bernhard, dem 17. Abt unseres Klosters.

Die Erste Aussegnung hielt Altbischof Maximilian der im Jahr 1983 P. Bernhard die Abtbenediktion erteilte, das Requiem wurde von Diözesanbischof Manfred gefeiert, die Feier in der Gruft leitete Abtpräses Maximilian Heim.

Der Stiftschor mit dem Orchester gestaltete den Gottesdienst mit der Lieblingsmesse von P. Bernhard, der Missa in G von Franz Schubert.

Die Predigt von Abt Nikolaus:

Hwst. Herr Diözesanbischof Manfred, Hwst. Altbischof Maximilian, der du P. Bernhard einst die Abtbenediktion erteilt hast, Hwst. Äbte und Altäbte, Mitbrüder, Schwestern, ein besonderer Gruß den Schwestern aus Vöcklabruck mit Generaloberin Angelika, ich grüße herzlich die Familie und Verwandtschaft von P. Bernhard, die Schul- und Studienkollegen, Lehrerinnen und Lehrer, Freunde und Bekannte, alle, die gekommen sind, um von unserem Mitbruder heute Abschied zu nehmen.

Ich möchte beginnen mit Worten die ich im Nachlass von P. Bernhard gefunden habe, Worte, die sein Leben kurz zusammenfassen:

„Am Anfang meines Lebens steht der Name „Vöcklabruck“. Denn hier bin ich geboren und wurde am 3. Juli als Rudolf Maria getauft. Mit meinen Geschwistern Hans und Maria verbrachte ich hier eine glückliche Kindheit, die jäh durch den frühen Tod unserer Eltern abgebrochen wurde. Wir fanden aber 1946 in Thalheim bei Wels eine neue Heimat, adoptiert durch Karoline und Josef Berghammer. Das Obergymnasium besuchte ich in Kremsmünster. Nach der Matura studierte ich Theologie in Linz und wurde am 29. Juni 1953 zum Priester geweiht. Primiz feierte ich in Thalheim, Nachprimiz in Schöndorf. Da ich mich zum Ordenspriester berufen fühlte, trat ich am 15. Aug. 1953 in das Zisterzienserstift Schlierbach ein und erhielt den Ordensnamen Bernhard. Nach dem Noviziat durfte ich ein Jahr in Rom studieren. Anschließend vier Jahre Altphilologie in Innsbruck. Von 1959 bis 1991 unterrichtete ich Latein und Griechisch am Gymnasium. 1983 wurde ich zum 17. Abt des Stiftes gewählt, diesen Dienst versah ich bis 1998. Im Oktober 2001 bin ich nach Vöcklabruck zurückgekehrt. Die Franziskanerinnen haben mich ersucht, im Mutterhaus die Aufgabe eines Spirituals zu übernehmen. Diesen Dienst verrichtete ich bis 22. 2. 2013.

Mit Dankbarkeit blicke ich auf die Fügungen Gottes in meinem Leben zurück. Lobe den Herrn meine Seele.“

So schreibt unser Verstorbener persönlich. Die knappen Zeilen beinhalten Wesentliches, aber es fehlen auch Daten, Ereignisse, Begebenheiten und vor allem unsere Erinnerungen an ihn. An Gespräche, Diskussionen, an seine Predigten und Ansprachen, an seinen Humor, seine Talente oder etwa auch seinen früher täglichen Spaziergang auf den Grillparz.

P. Bernhard. Viele Erinnerungen an ihn haben wir wohl alle heute mitgebracht.

P. Bernhard, einer der seine Familie schätzte und Kontakt pflegte. In jungen Jahren hat er die leiblichen Eltern verloren, gerne und regelmäßig besuchte er ihr Grab. Er war stets dankbar seinen Adoptiveltern, erzählte uns oft von dieser Zeit und bat, selbst als er nicht mehr selber mit dem Auto fuhr, zu seinen Verwandten gebracht zu werden.

P. Bernhard der Lehrer. Sicherlich streng, genau, vor allem auch ein Mann der Disziplin und des Fleißes. Aber sein Lehrersein war auch geprägt von Gerechtigkeit, alle gleich behandeln, seine Schüler und später auch Schülerinnen gut kennen. Und mit manchen ist eine lange Freundschaft durch Briefe und Treffen lebendig geblieben. Auch sein feiner Humor ist wohl hier zu nennen. Mancher Witz am Ende der Lateinstunde war ebenso genau und schriftlich vorbereitet.

P. Bernhard der Abt. 1983 gewählt, hatte er keine leichten Jahre zu bewältigen. 17 Mitbrüder hat er auf dem letzten Weg begleitet. Es waren die Jahre rückläufiger Zahlen in den Ordensberufungen. Er hat diesen Dienst immer mit Bescheidenheit, Korrektheit ausgeübt. Hat sich bei allen Entscheidungen gefragt, was lese ich im Evangelium, was ist richtig, was ist zu tun. Nicht das Auftreten nach außen hin sah er als Hauptaufgabe, sondern auch als Abt das Gebetsleben, die schön gefeierte und genau vorbereitete Liturgie, die Spiritualität, die Frömmigkeit die er vorgelebt hat und uns damit „anstecken“ wollte. Für seine Tätigkeit als Abt wurde er in der Öffentlichkeit auch anerkannt und geehrt. Der Ehrenring der Gemeinde Schlierbach, die Auszeichnung des Landes OÖ zeugen davon, wie auch manche Gespräche in den vergangenen Tagen mit Bewohnern unserer Gemeinde.

P. Bernhard der Mönch und Spiritual. Schon durch seine Bildung als Altphilologe konnte er sich den Schriften der Ordensväter zuwenden, übersetzte wesentliche Texte und las viel. Er war, so getraue ich es mir zu sagen, theologisch ein Gebildeter. Als solcher wurde er gesucht, als Exerzitienleiter und Prediger und hatte auch über die Klöster Österreichs hinaus einen guten Namen. Er war belesen und kannte alte und neue Theologen und Theologie. Aber er war vor allem ein großer Beter. Mit dem Rosenkranz in den Händen ist er am 6. Jänner verstorben. Das gemeinsame Gebet und das private Rosenkranzgebet, ihm wurde, wie es die Regel vorsieht, nichts vorgezogen, an keinem Tag.

Heute heißt es Abschied nehmen und es gäbe noch viel zu sagen. Ein Wort darf nicht fehlen, das Danke für deinen Dienst, „Vergelt´s Gott“ für alle Mühen und vor allem für dein Vorbild als Mönch.

Lieber P. Bernhard: In der Ansprache zu meiner Einkleidung, der Ansprache zu meiner Zeitlichen Profess und der Predigt bei meiner Feierlichen Profess hast du einen Rat immer wiederholt: „Möge Maria dir Vorbild und Beschützerin sein“ „Fr. Nikolaus, mit den Worten des Hl. Bernhard möchte ich dich auffordern: Schau auf Maria.“ „Lieber Fr. Nikolaus, möge dir Maria immer vor deinen Augen stehen!“

P. Bernhard, in Hochachtung verbeuge ich mich vor deinem so glaubhaften Leben als Ordensmann in unserer Gemeinschaft. Ich blicke deinem Rat folgend auf Maria, konkret heute auf das Hochaltarbild unserer Stiftkirche und das hier gemalte Fest ihrer herrlichen Vollendung im Himmel. Ich blicke auf Maria und sehe sie mit geöffneten Armen, mit ihrem Menschsein, zu Christus emporsteigen und darüber Christus, der sie mit ebenso geöffneten Armen und in freudiger Gestik empfängt, ihr entgegengehend, sie willkommen heißend. Ich sehe da ein Hoffnungsbild für unser Menschsein. Ich sehe, dass am Ende Aufnahme und Annahme stehen, ein Willkommen bei Christus, der uns mit geöffneten Armen entgegeneilt. Ich blicke, deinem Rat folgend, auf die Gottesmutter und wünsche und bete, möge sie und alle dich im Himmel willkommen heißen und du mit allen bei Christus die ewige Vollendung finden. Christus, an den du geglaubt, dem du in Priester- und Ordensstand gefolgt bist und der dein Leben so tief prägte, der dir und uns verheißen hat, wer mir nachfolgt hat das Licht des Lebens, er möge dir Vollendung, Himmel schenken, herrlich, in Worte gar nicht zu fassen. Amen.

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Begräbnis_P_Bernhard