Die große Reise

Die große Reise

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Heute ist es soweit: Wir (Abt Nikolaus, P. Antonius, P. Stephan, Fr. Jakobus, Fr. Petrus, Fr. Alberich) beginnen unsere gemeinsame Reise nach Brasilien.

Ziel ist das von Schlierbach 1939 gegründete Kloster Jequitiba. Dort möchten wir unsere Mitbrüder besuchen und erfahren, was in den Jahrzehnten dort geschaffen wurde.

Genau vor 100 Jahren wurde Abt Wiesinger zum 14. Abt des Klosters Schlierbach gewählt. Er war es auch, der Jahre in Brasilien lebte und dort unser Tochterkloster gründete.

Wir haben alles gepackt und sind sehr gespannt, was die kommenden 16 Tage alles bringen werden.

Hier einige Informationen zu Jequitiba: http://www.cistopedia.org/fileadmin/user_upload/abbeys/J/Jequitiba/Missionskloster_Jequitiba_in_Brasilien.pdf

Die Reise

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Nach insgesamt 11 Stunden Flug sind wir in Salvador angekommen und wurden vom Administrator des Klosters Jequitiba und von P. Josè herzlich willkommen geheißen. Die erste Nacht verbrachten wir im barocken Franziskanerkloster in der Altstadt von Salvador. Das Ziel unserer Reise erreichten wir am Dienstag abends. Gleich zu Beginn feierten gemeinsam den Gottesdienst zum Hochfest unseres Ordensvaters Benedikt. Im Anschluss gab es ein vielfältiges Abendessen und wir genossen eine erholsame Nacht.
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Erste Eindrücke und Erlebnisse im Kloster Jequitiba:
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Besuche in den Schulen von Jequitiba standen nun auf den Programm. Schon von Beginn an sahen die Mönche das Schulwesen und deren Errichtung als zentral an. Etwa 300 Schülerinnen und Schüler besuchen die Einrichtungen (von Kindergarten bis zur Matura). Der Empfang war überaus herzlich, Lieder und Österreichfahne gehörten, wie die Einladung zur Jause, dazu .
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Ein Tag in der Natur
 Am Samstag erreichten wir nach langer Fahrt (die letzten 20 Kilometer vor Jequitiba sind Sandstraße übersät mit Schlaglöchern) das Gebirge und erklommen den Pai Inacio, einen herrlichen Aussichtsberg vulkanischen Ursprungs mit einer weiten Hochebene. Weiter ging es in die Gegend ehemaliger Diamantengewinnung, in die Kleinstadt Cidade de Lencois und den Abschluss der Fahrt bildete den Besuch der Höhle Poco Azul.
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Sonntag vormittags genossen wir die Ruhe des Klosters. Fr. Alberich gestaltete mit P. Matteo den Sonntagsgottesdienst der Gemeinschaft und Pfarre Jequitiba mit. Nachmittags ging die Reise nach Mundo Novo, der Bezirksstadt. Dort wird die große Pfarre von unseren Mitbrüdern betreut. (Ein Bezirk, aufgeteilt in 2 Pfarren mit insgesamt 27.000 Katholiken.) Etwa 30 Basisgemeinden machen die Seelsorge möglich. Der Gottesdienst am Abend war feierlich und lebendig. Begonnen wurde der Besuch von Mundo Novo mit einer Fahrt auf den Aussichtsberg Monte Sau Judas Tadeu – ein herrlicher Blick über das weite Land.

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Drei sportliche unternahmen heute einen langen Ausritt in den nahegelegenen Wald. Administrator P. Joao und P. Jose begleiteten diesen Abenteuerausflug.

Ein Genuss für die Reiter.
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Nachmittags ging es in die Bischofsstadt Ruy Barbosa.  Bischof Di Witte lud uns ein und unterhielt sich mit uns in Deutscher Sprache.  Die Diözese Ruy Barbosa wurde 1956 gegründet. Es gibt hier etwa 300.000 Katholiken in nur 23 Pfarren auf einem Gebiet von 25.000 km². Nur 22 Diözesanpriester betreuen die Pfarren. Wir besuchten das einfache Bischofshaus, die Kirche und das Bildungshaus.
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Seit gestern, Mittwoch, sind wir mit P. Josè in Jacobina, einer Stadt mit etwa 80.000 Einwohnern. Hier begann P. Alfred Haasler bereits 1938 sein Wirken als Missionar. Hier wirkte er bis zu seinem Tod 1997 und ist noch heute sehr bekannt und verehrt.  In seine alte Heimat Schlierbach kehrte er nie zurück in der Überzeugung, hier bei den Armen sein zu müssen. Seine neue und gut aufbereitete Gedächtnisstätte besuchten wir als erstes. Sie befindet sich in einen großen Haus des Volkes, der Volksbildung das uns ebenso gezeigt wurde. Interessant war auch die Begegnung in der Afrikanulturstätte, dann ging es in unsere Unterkunft, das Haus der Gesundheit.

Am Donnerstag standen gleich mehrere Besuche bei Einrichtungen für Straßenkinder und Jugendliche auf dem Programm. Herzlich jeder Empfang. Ein Lied für uns, Tänze und ein gemeinsames Fußballspiel, viele Eindrücke und Erlebnisse und die Gewissheit, in der sichtbaren Armut der Stadt mit all ihren Problemen, geschah und geschieht viel Gutes. Viele Spender und Helfer(innen) aus Österreich wurden genannt, Klöster, die Landesregierung aber vor allem P. Josè. Bereits vor Jahrzehnten, noch vor der Priesterweihe ist P. Jose nach Brasilien zur Aufbauarbeit gekommen. Sein unermüdlicher und selbstloser Einsatz ist und war es, der hier viel bewegt(e). Er begleitet uns und übersetzt uns fast alles – wir sind nämlich schon draufgekommen, immer wenn sein Name vorkommt und seine Arbeit gewürdigt wird, übersetzt er mangelhaft. Es gibt dann kein „ich habe“ sondern ein „sie machten„.
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Am Freitag hieß es wieder Abschied nehmen von Jacobina. Vormittags besuchten wir noch das große und in seinem Umgang mit Natur und Anwohnern nicht unumstrittene Goldmienenbergwerk, nachmittags eine Großfabrik für die Herstellung von Türmen für Windräder. Die beiden Fotos „mit Helm“ Zeugen davon. Abschied nahmen wir von der Stadt mit einem Besuch der Pfarrschwester, die P. Alfred zuletzt pflegte und dem Schwesternkonvent den er gründete. Das „Salve Regina“ am Grab des großen Seelsorgers der Stadt beendete den Besuch.
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Langsam naht der Abschied. Heute trafen wir uns nochmals zu einem Gespräch mit dem Konvent und natürlich gab’s ein Abschiedsfoto:
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Sonntag begann die Rückreise. Zunächst ging es nach Salvador wo wir für 2 Tage bei den Benediktinern sehr freundlich aufgenommen wurden. Ein herrliches altes Kloster in der Innenstadt.

Suzana Cardoso war eine Wegbegleiterin von P. Alfredo; sie lud uns ein, in ihrer Wohnung eine Bronzebüste von P. Alfred zu segnen. Diese wird an seinem Grab aufgestellt. Frau Cardoso hat auch ein umfangreiches Buch über ihn geschrieben. Ein Seligsprechungsprozess wird überlegt. Nachmittags besuchten wir eine afrikanische Kultstätte und fuhren zur Kirche Bonfin. Dienstags durchwanderten wir die Stadt und verabschiedeten uns Abends von den Mönchen, der Stadt, dem Land und schlussendlich auch von P. Jose.
P. Meinrad hingegen nahmen wir mit nach Österreich. Toll war’s.
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