Ein großer Abt in der Geschichte des Stiftes Schlierbach

Ein großer Abt in der Geschichte des Stiftes Schlierbach

Vor 100 Jahren wurde P. Alois Wiesinger zum 14. Abt des Stiftes Schlierbach gewählt:

Wiesinger, Alois (Alois), Dr. * am 3.6.1885 in Magdalenaberg, 14. Abt von 1917-1955. Gymnasialstudium in Kremsmünster, Priminz am 10.8.1909 in Wartberg, 1910 Doktoratsstudium in Innsbruck, 24.2.1912 Promotion, 3 Monate Aushilfe auf der Melker Pfarre Traiskirchen, ab Herbst 1912 Professor für Fundamentaltheologie in Heiligenkreuz, Excurrens nach Alland.

Während einer Lourdesreise Ausbruch des 1. Weltkrieges; deshalb von 8.9.1914-9.4.1915 im Trappistenkloster Thymadeuc; über Bittgesuch durch Papst Benedikt XV. wurde die Rückkehr nach Österreich am 14.4.1915 ermöglicht; dann wieder Lehrtätigkeit in Heiligenkreuz; Wahl zum 14. Abt am 24.7.1917 mit 32 Jahren, 25.7.1917 Abtweihe durch Bischof Gföllner. Während der 38 Jahre seiner Regierung hat Abt Alois Erstaunliches für Kloster und Kirche und Orden geleistet. 1920 kam die Landwirtschaftsschule nach Schlierbach. Das Laienbrüderinstitut wurde von ihm ins Leben gerufen. 1925 folgte die Eröffnung des Gymnasiums, dessen Direktor und Professor er bis zum Tode war. Die Gründung von Spring Bank in den USA, sowie die von Jequitiba in Brasilien ist ihm zu verdanken. Von 1939-1946 weilte er selbst in Brasilien und war dort auch apostolischer Visitator aller Zisterzienserklöster von Südamerika. Auch schriftstellerisch machte sich Abt Alois einen Namen. Er gehört zweifellos zu den bedeutendsten Äbten nicht nur des Klosters, sondern des ganzen Ordens. Fürwahr ein Mann der Arbeit und des Gebetes, der für sich keine Schonung und Erleichterung kannte. So manchen Plan konnte er nicht mehr zur Ausführung bringen. Er starb 1955 eines ganz plötzlichen Todes durch einen Gehirnschlag. Beigesetzt in der Gruft der Klosterkirche.