Herzliche Einladung zum Festgottesdienst am Christkönigssonntag, 23. November um 9.30 Uhr!
Dr. Wolfgang Kreuzhuber wird – wie vor 40 Jahren – die Orgel spielen und es erklingt – ebenso wie vor 40 Jahren – die „Missa velociter currit“ von J. J. Fux.
Für Interessierte zum Thema Stiftsorgel:
Geschichte
Am 1. Jänner 1764 schloss Abt Joseph Eysen mit dem Orgelbauer und „Schulmeister zu Windischgarsten“ Valentin Hochleitner einen Vertrag über den Bau einer neuen Orgel. Über das sicherlich vorhanden gewesene Vorgängerinstrument fehlen jegliche Informationen. Die sogenannte Hochleitner-Orgel erklang dann bis 1899. Einige notdürftige Reparaturen hatten sie allerdings mehrere Pfeifen gekostet, die – so berichtet die Hausgeschichte – spurlos verschwanden. Nun erhielt Leopold Breinbauer den Auftrag, eine neue Orgel für die Stiftskirche zu errichten. Das Gehäuse sowie die sichtbaren Pfeifen blieben unverändert erhalten. Breinbauer hatte mit großen Problemen zu kämpfen, denn die Werkstatt in Ottensheim brannte, als gerade die Teile für Schlierbach dort gelagert waren. Nach 86 Jahren wies dann auch seine Orgel altersbedingte Gebrechen auf, außerdem schien der romantische Klang nicht mehr zeitgemäß. Der damals am Schlierbacher Gymnasium tätige Musiklehrer und Organist Wolfgang Kreuzhuber ergriff daher die Initiative für einen Neubau und setzte die ersten wichtigen Impulse.
Die „Mathis“-Orgel
Der bereits im April 1982 gegründete „Orgelverein“ lukrierte nun mit viel Engagement Gelder für den Orgelbau, u.a. durch Konzertveranstaltungen. Vielen sind sicherlich auch noch die großen Flohmärkte in Erinnerung. Und tatsächlich konnte die Schweizer Firma mit Weltruf „Mathis Orgelbau“ gewonnen werden. Das Konzept der neuen Orgel entstand mit der Vorgabe, dass sich am Gehäuse nichts verändern dürfe und die noch aus der Barockzeit vorhandenen Orgelpfeifen weiterzuverwenden seien. Und nicht die Größe, sondern die Qualität solle zählen, dessen war man sich ebenso bewusst. Der Ertrag vieler Veranstaltungen in Schlierbach floss in die Kasse des Orgelvereins.
Bei der Abendmesse am Sonntag, dem 17. März 1985, erklang die alte Orgel das letzte Mal. Es spielte der junge Schüler Nikolaus Thiel. Am 19. Märzbegann der Abbau.
Groß war dann die Freude, als am 23. November die neue Orgel von Abt Bernhard Kohout-Berghammer geweiht wurde und ihre Töne erstmals durch die Schlierbacher Stiftskirche schallten. Der Kirchenchor unter der Leitung von Heinz Knaus und ein Bläserquartett gestalteten die Feier, an der Orgel saß der mittlerweile zum Domorganisten ernannte Wolfgang Kreuzhuber. Den Festgottesdienst am nächsten Tag gestaltete ebenso der Kirchenchor, die Orgel schlug der junge Wolfgang Mitterschiffthaler. Ein Konzert am Nachmittag beendete das Fest.
- Anton Schaumberger, der damalige Pfarrer von Schlierbach, berichtet in den Pfarrchronik darüber und notiert auch die Gesamtkosten: 3,390.231,93 Schilling kosteten die Orgel und alle Umbauten auf der Empore, samt Restaurierung des Gehäuses (246.377,76 € – heute – Inflation eingerechnet:638.000,00€).
Seit 40 Jahren erklingt sie nun, „unsere Orgel“, die auch in der Fachwelt einen hervorragenden Ruf genießt. Sie eröffnet, unterstützt und beendet die Gottesdienste, begleitet uns durch das Kirchenjahr und bei besonderen Anlässen – in der Freude wie in der Trauer. Sie beschert uns immer wieder wunderbare Konzerterlebnisse und ist ein Stück Heimat.
