Seit 1355 ein Ort des Glaubens, der Kunst und der Gemeinschaft
Das Stift Schlierbach zählt zu den bedeutendsten Klöstern Oberösterreichs und blickt auf eine mehr als 650-jährige Geschichte zurück. Die Ursprünge des heutigen Klosters reichen bis ins 10. Jahrhundert zurück. Bereits im Jahr 927 wurde der Name Schlierbach erstmals urkundlich erwähnt. An der Stelle des heutigen Stiftes befand sich damals eine Burg, die später in den Besitz der Adelsfamilie Wallsee gelangte.
Im Jahr 1355 gründete Eberhard V. von Wallsee in dieser Burg ein Zisterzienserinnenkloster. Die Nonnen begannen die Burg schrittweise in ein Kloster umzuwandeln. Ihre Aufgabe bestand unter anderem darin, für das Seelenheil der Stifterfamilie zu beten. Über viele Jahrzehnte entwickelte sich das Kloster zu einem wichtigen religiösen Zentrum der Region.
Während der Reformationszeit geriet das Kloster jedoch in eine schwere Krise. Das klösterliche Leben kam zum Erliegen, und die Gebäude verfielen über einen Zeitraum von 64 Jahren. Erst im Jahr 1620 wurde das Kloster wiederbelebt, als Zisterziensermönche aus dem Stift Rein nach Schlierbach kamen. Sie übernahmen die Seelsorge in der Umgebung und bauten das Leben im Orden neu auf. Seit dieser Wiederbesiedlung besteht das Stift ohne Unterbrechung bis heute.
Im späten 17. Jahrhundert begann eine umfassende bauliche Erneuerung. Unter mehreren tatkräftigen Äbten wurde die Klosteranlage im prachtvollen Barockstil umgestaltet. Besonders die aus Oberitalien stammende Künstlerfamilie Carlone prägte das Erscheinungsbild des Stiftes. Viele der damals geschaffenen Bauwerke und Kunstwerke können noch heute besichtigt werden und machen das Stift zu einem bedeutenden Kulturdenkmal.
Heute ist das Stift Schlierbach weit mehr als nur ein Kloster. Die Zisterziensermönche betreuen mehrere Pfarren der Umgebung, lange Zeit waren auch das Gymnasium, und in den ersten Jahrzehnten auch die Landwirtschaftsschule wichtige Betätigungsfelder. Darüber hinaus sind im Stift verschiedene wirtschaftliche und kulturelle Einrichtungen angesiedelt. Besonders bekannt sind die Glasmalerei, die Bio-Käserei sowie das Bildungszentrum. Dadurch verbindet das Stift auf einzigartige Weise religiöses Leben, Bildung, Kultur und Wirtschaft.
Das Stift Schlierbach ist somit nicht nur ein bedeutendes Zeugnis der österreichischen Klostergeschichte, sondern auch ein lebendiger Ort des Glaubens und der Begegnung. Seine lange Tradition und seine vielfältigen Aufgaben machen es bis heute zu einem wichtigen Mittelpunkt der Region.


